HIV-Leitfaden      Startseite : Inhaltsverzeichnis : Therapie : Antiretrovirale Therapie : Integrase-Inhibitoren
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Einleitung
Grundlagen
Diagnostik
Vom Symptom zur Diagnose
Vorgehen bei diagnostizierter HIV-Infektion
Therapie
Antiretrovirale Therapie
Therapiebeginn
Therapie beim nicht vorbehandelten Patienten
Die erste antiretrovirale Therapie
Einnahmehinweise für Medikamente
Nukleosidale Reverse Transkriptaseinhibitoren (NRTI)
Nicht-Nukleosidale Reverse Transkriptaseinhibitoren (NNRTI)
Proteaseinhibitoren
Entry-Inhibitoren
Integrase-Inhibitoren
Pharmakokinetik und Wechselwirkungen
Therapeutisches Drug Monitoring
Postexpositionsprophylaxe
Therapiepausen
Therapieerfolg und Therapieversagen
Verlaufsuntersuchungen bei HIV-Infektion
Langzeit HIV-Patienten
Spezifische Nebenwirkungen
Patienten mit Migrationshintergrund
Komplementäre Therapieformen bei HIV
Psychotherapie bei HIV-Patienten
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Integrase-Inhibitoren

Hannelore Mosthaf

Tivicay® (Dolutegravir) OP à 30 oder 90 Filmtabletten mit 50mg Dolutegravir, Triumeq® (Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin) OP à 30 oder 90 Filtabletten

Die hier angegebenen Neben- und Wechselwirkungen beziehen sich nur auf Dolutegravir. Neben- und Wechselwirkungen der weiteren Substanzen bitte dort nachlesen.

Dosierung: 1 x tgl. 50mg, unabhängig von den Mahlzeiten, in Kombination mit bestimmten Arzneimitteln (Efavirenz, Nevirapin, Tipranavir/Ritonavir, Rifampicin) 2 x tgl. 50mg zum Essen, eine versäumte Dosis sollte so schnell wie möglich nachgeholt werden, spätestens jedoch 4 Stunden vor der nächsten fälligen Dosis. Zu einem späteren Zeitpunkt die Dosis nicht mehr nachholen, sondern die Einnahme wie gewohnt fortsetzen!

  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen die Substanz, Vorsicht: bei gleichzeitiger Einnahme von Metformin muss die Metformindosis angepasst werden und die Nierenfunktion überwacht werden!
  • Häufige Nebenwirkungen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Pruritus, Hautausschlag, Schlafstörungen, Depression
  • Wechselwirkungen: bei Kombination mit Efavirenz, Nevirapin, Tipranavir/Ritonavir, Rifampicin, Antiepileptika Dolutegravirdosis anpassen, gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut vermeiden, da Dolutegravirspiegel gesenkt wird. Magnesium/Aluminium/Calciumhaltige Antacida oder Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen und/oder Spurenelementen heben die Wirkung von Dolutegravir komplett auf: Dolutegravir entweder 2 Stunden vor oder 6 Stunden nach derartigen Arzneimitteln einnehmen

 

 

Isentress® (Raltegravir) OP à 60 Filmtabletten mit 400mg Raltegravir

  • Dosierung: 2 x tgl. 400mg, unabhängig von den Mahlzeiten
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen die Substanz, Vorsicht bei Leberfunktionsstörung!
  • Häufige Nebenwirkungen: Durchfall, Übelkeit, Schwindel, Pruritus, Müdigkeit, Arthralgie
  • Wechselwirkungen: AM, die den PH-Wert im Magen erhöhen, erhöhen Raltegravirspiegel (z.B. H2-Rezeptorantagonisten, Protonenpumpenhemmer), Rifampicin senkt Raltegravirspiegel, d.h. Dosis anpassen.

 


Stribild® (150mg Elvitegravir + 150mg Cobicistat, 200mg Emtricitabin, 245mg Tenofovirdisoproxil) OP à 30 und 90 Filmtabletten, Genvoya® (150mg Elvitegravir + 150mg Cobicistat, 200mg Emtricitabin, 10mg Tenofoviralafenamid) OP à 30 und 90 Filmtabletten

Der Integrasehemmer Elvitegravir ist nur in Kombination mit Emtricitabin und Tenofovir im Handel. Er wird über das CYP3A-Isoenzymsystem verstoffwechselt. Cobicistat hemmt dieses Enzymsystem und ist zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit von Elvitegravir zugesetzt. Die hier angegebenen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen beziehen sich nur auf Elvitegravir. Neben- und Wechselwirkungen der weiteren Substanzen bitte dort nachlesen.

  • Dosierung: 1 x tgl. 1 Tbl. mit Wasser zu einer Mahlzeit
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen die Substanzen, Nierentoxizität durch Tenofovir in der Vorgeschichte
  • Häufige Nebenwirkungen (nur Elvitegravir betreffend): Schlaflosigkeit, abnorme Träume, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Erbrechen Übelkeit, Hautausschlag. Cobicistat senkt die Kreatininclearance durch Hemmung der tubulären Sekretion. Der daraus resultierende erhöhte Kreatininwert im Blut ist jedoch kein Hinweis auf eine Beeinträchtigung der renalen glomerulären Funktion!
  • Wechselwirkungen: Kombination mit folgenden Wirkstoffen ist nicht empfohlen/kontraindiziert: Alfuzosin, Antiarrhythmika (Amiodaron, Chinidin), Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Clarithromycin, Mutterkornalkaloide, Cisaprid, Johanniskraut, Lovastatin, Simvastatin, Pimozid, PDE5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil, Wardenafil), Midazolam, Triazolam, Lamivudin, HCV-Proteaseinhibitoren. Kombination mit folgenden Wirkstoffen unter Überwachung/Dosisanpassung möglich: Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol, Telithromycin, Fluticason, Digoxin, Antihypertensiva (Calciumantagonisten und Betablocker), Metformin, Escitalopram, Trazodon, Ciclosporin, Sirolimus. Magnesium/Aluminiumhaltige Antacida mit mindestens 4-stündigem Abstand, ebenso Multivitaminpräparate wg. Gefahr der Komplexbildung, dadurch keine Resorption von Elvitegravir! Hormonelle Kontrazeptiva sollen mindestens 30 Mikrogramm Ethinylestradiol enthalten, als Gestagen nur Norgestimat (andere Gestagene sind nicht untersucht!)

 

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Seite zuletzt geändert am 18.01.2017 10:59:00