HIV-Leitfaden      Startseite : Inhaltsverzeichnis : Diagnostik : Laboruntersuchungen
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Laboruntersuchungen

Jürgen Brust, Dieter Schuster


Das Monitoring einer HIV Erkrankung erfordert die routinemäßige Kontrolle zahlreicher Laborparameter.

Bei dem individuell unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung kann es keine absolut gültigen Schemata geben, die jede Situation vollständig erfassen.

Selbstverständlich können je nach klinischer Situation Untersuchungen weggelassen oder um eine entsprechende, weiterführende Diagnostik erweitert werden.


Erstuntersuchung

Bei der Erstuntersuchung müssen der Immunstatus und die Dynamik der HIV Infektion erfasst werden, sowie die Ausgangslage in Bezug auf bereits vorbestehende Resistenzen und Wirtsfaktoren (z.B. HLA B57). Dazu kommen weitere Untersuchungen zur Diagnostik von Begleiterkrankungen, weiteren Virusinfektion, sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B.Syphilis), Prognoseparameter und Mangelzuständen.


Tabelle Erstuntersuchung

Parameter:

Blutsenkung / CRP X
Differentialblutbild X
Urinstatus X
alkalische Phosphatase, GPT, GOT, Gamma-GT X
Laktatdehydrogenase, Elektrolyte mit Phosphat, Lipide, Glukose, HbA1c X
Kreatinin X
Harnsäure, Harnstoff (X)
Cholinesterase (X)
Amylase (X)
Lipase X
Eiweißelektrophorese, IgG, IgA, IgM X
Ferritin (X)
Vitamin B12, Folsäure, 25 OH Vitamin D3 (X)
Lymphozytensubpopulation X
HIV-RNA quantitativ X
HIV-Westernblot X
AK-Hepatitis A, B, C
ggf. HCV-RNA, HBV-DNA
X
Syphilis-Serologie X
Cytomegalie-, Epstein-Barr-, Herpes-simplex-Virus
ggf. CMV-Antigen
X
Impftiter (bei Erstimmunisierung oder  nicht vorhandenem Impfpaß) X
Toxoplasma IgG/IgM X
HLA B5701 X
Resistenzbestimmung siehe Kapitel Resistenz und Tropismus

( ) fakultativ

Verlaufskontrolle und Untersuchungsfrequenz:

Bei asymptomatischen Patienten ohne ART und stabilen Patienten unter ART sollten der Immunstatus und die Viruslast in der Regel quartalsweise kontrolliert werden.

Die übrigen Laborkontrollen richten sich nach klinischem Befinden, Begleiterkrankungen und den Ergebnissen der letzten Kontrolle.

Entscheidend für die Häufigkeit und den Umfang der Kontrollen sind jedoch der Verlauf der Erkrankung und die Art und die Dauer der antiretroviralen Therapie.

Bei der  Therapieeinleitung und bei Therapieumstellungen sind unter Umständen kurzfristige Kontrollen notwendig.

Der Nachweis einer niedrigen Virämie (50 -200 cop/ml) kann einem vorübergehenden "blip" entsprechen, aber auch ein beginnendes Therapieversagen anzeigen. Insbesondere bei ART Regimen mit niedriger Resistenzbarriere sollte in dieser Situation kurzfristiger kontrolliert werden.

Ebenso können unter antiretroviraler Therapie Kontrollen des Routinelabors auf Grund der medikamentösen Nebenwirkungen und Toxizitäten häufiger indiziert sein.

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Seite zuletzt geändert am 21.04.2017 13:15:00