HIV-Leitfaden      Startseite : Inhaltsverzeichnis : HIV-assoziierte Krankheitsbilder : Candida-Infektionen
Druckversion
Einleitung
Grundlagen
Diagnostik
Vom Symptom zur Diagnose
Vorgehen bei diagnostizierter HIV-Infektion
Therapie
HIV-assoziierte Krankheitsbilder
Aspergillose
Atypische Mykobakteriose
Candida-Infektionen
CMV-Infektionen
Herpes simplex-Infektionen
Kryptokokkose
Kryptosporidiose
Orale Haarleukoplakie
Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PjP oder PcP)
Tuberkulose
Varizella zoster-Infektionen
Viszerale Leishmaniose
Wasting-Syndrom
Zerebrale Toxoplasmose
HIV-assoziierte Neoplasien
HIV und Koinfektion
Organspezifische Erkrankungen
Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der HIV Infektion
Adresssuche
Klinische Bilder


Zum vorherigen KapitelZur vorherigen Seite Zur nächsten SeiteZum nächsten Kapitel

Candida-Infektionen

Maria Procaccianti

Erreger/Epidemiologie

  • Candida spezies, meist C.albicans ( dtl. seltener C. tropicalis, krusei, glabrata und andere) - häufigste Pilzinfektion bei HIV-Patienten
    Auftreten auch bei CD4 > 200/µl
    systemische Soormykosen sowie Soorösophagitiden i.d. Regel erst ab CD4 < 100/µl

Klinik

  • oral: stippchenförmige oder flächige weiß-graue abstreifbare Beläge häufig begleitend anguläre Cheilitis, im Spätstadium borkige Umwandlungen, manchmal nur schmerzhaftes Erythem der Schleimhäute
    Subjektiv: Geschmacksstörungen, pelzige und brennende Zunge, später retrosternale Schmerzen, Kloßgefühl

    genital
    : Vulvovaginitis: Brennen, Juckreiz, weißl. Ausfluß, Dysurie, Dyspareunie
    Soorbalanitis: Brennen, Juckreiz, Rötung, evtl. grau-weißl. Beläge perianaler Soor: scharf begrenztem Erythem, Pruritus
    invasive Candidosen: z.B. Endokarditis, Meningitis, Peritonitis

Diagnose

  • klinisch durch typischen Aspekt
    Erregernachweis: Durch Abstrich, Mundspülflüssigkeit.
    Endoskopie zeigt Ösophagusbefall
  • Ösophageale Candidainfektion, Befall von Trachea, Bronchien, Lunge ist AIDS definierend

Therapie

  • topisch: Nystatin 4 x 2 ml/d Amphotericin B Lutschtbl. 5 x 1/d Miconazol 4 x 0,5-1 ml Mundgel

    in der Regel aber systemische Therapie:
    Fluconazol 1 x 100 - 400 mg/d (max 800 mg/d); Itraconazol 1 x 100 - 400 mg/d (Cave bei Itraconazol zahlreiche Interaktionen)
    Reservemedikamentebei Fluconazolresistenz:
    Caspofungin 70mg/d i.v. Tag 1, dann 50mg/d - bei KG > 80kg - 70mg/d weiter (Cave Leberinsuffizienz)
    Voriconazol 6mg/kg KG i.v. alle 12 Std Tag 1, dann 4mg/kg KG i.v. alle 12 Std.; bzw. ab 40 kgKG initial 400 mg 2xtgl. p.o. dann 200 mg 2xtgl. p.o. und bei Pt. mit < 40kg KG initial 200mg 2xtgl. p.o.dann 100 mg 2xtgl. p.o.
    Posaconazol 200 mg 1xtgl p.o. dann 100 mg 1xtgl p.o. (max 200 mg 4xtgl bei invasiven Mykosen)
  • Cave WW zur ART! Siehe immer auch entsprechende Fachinformationen!
  • weitere Substanzen sind inzwischen zugelassen worden: z.B. Micafungin, Anidulafungin

Prophylaxe

  • Primärprophylaxe in der Regel nicht sinnvoll

Bild
wichtige Links

Autor: HIV-Leitfaden

 

Zum vorherigen KapitelZur vorherigen Seite Zur nächsten SeiteZum nächsten Kapitel

Seite zuletzt geändert am 29.12.2016 14:52:00