Kryptokokkose
Maria Procaccianti
Erreger / Epidemiologie
- Cryptococcus neoformans
Weltweit verbreiteter Hefepilz, besonders Vogelexkremente (Tauben) Erkrankung der Spätphase (CD4 < 50/µl) durch Inhalation von erregerhaltigem Staub mit pulmonaler Infektion und anschließender hämatogener Streuung,
häufigste Manifestation: Meningitis AIDS-definierende Erkrankung
Klinik
- zwei unterschiedliche Verlaufsformen:
1. Protrahierte Infektion: (Tage bis Wochen) mit Befall verschiedener Organsysteme (Lunge, Haut, Augen und in der Regel Meningen)
2. Foudroyanter Verlauf: (wenige Tage) als Meningoenzephalitis und Sepsis; Fieber, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden, Meningismus (25 %) Somnolenz bis Koma, Krampfanfälle, Hirnnervenausfälle häufig: Begleitsinusitis
Diagnose
- serologisch: Kryptokokken-Antigennachweis (bei Meningitis in nahezu 100%) in Serum und Liquor; Erregernachweis im Tuschepräparat aus Liquor; kulturell aus Sputum und Hautinfiltraten bei extra- kraniellem Befall
CT-Schädel zum Ausschluß anderer Ursachen
Therapie
- Therapiebeginn beim Nachweis von Kryptokokkenantigen!
Amphotericin B 1 x 0,3 mg - 0,8 mg/kg/d i.v. oder liposomales Amphotericin B
1 x 3 mg/kg und Fluconazol 1 x 400 mg/d i.v. und Flucytosin 150 mg/kg/d verteilt auf 4 Dosen für 6 Wo
- neuere Antimykotika (Posaconazol, Voriconazol u.a.) mit noch geringer Datenlage
Prophylaxe
- nur sekundär!
Fluconazol 1 x 200-400 mg/d (Itraconazol 2 x 200mg/d weniger wirksam als Fluconazol)
bei guter Immunrekonstitution (CD4>200/µl und neg. VL über 3-6 Monate) und negativem Ag kann nach ausreichender Erhaltung die Sekundärprophylaxe abgesetzt werden. Bei Verschlechterung des Immunstatus muss Sekundärprophylaxe wieder eingeleitet werden.
Link zu US-amerikanischen Guidelines (v. 10.04.2009):
http://aidsinfo.nih.gov/contentfiles/Adult_OI_041009.pdf
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