HIV-Leitfaden      Startseite : Inhaltsverzeichnis : HIV-assoziierte Krankheitsbilder : Zerebrale Toxoplasmose
Druckversion
Einleitung
Grundlagen
Diagnostik
Vom Symptom zur Diagnose
Vorgehen bei diagnostizierter HIV-Infektion
Therapie
HIV-assoziierte Krankheitsbilder
Aspergillose
Atypische Mykobakteriose
Candida-Infektionen
CMV-Infektionen
Herpes simplex-Infektionen
Kryptokokkose
Kryptosporidiose
Orale Haarleukoplakie
Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PjP oder PcP)
Tuberkulose
Varizella zoster-Infektionen
Viszerale Leishmaniose
Wasting-Syndrom
Zerebrale Toxoplasmose
HIV-assoziierte Neoplasien
HIV und Koinfektion
Organspezifische Erkrankungen
Frauen mit HIV
HIV-Infektion bei Kindern
HIV-Patient auf Reisen
Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der HIV Infektion
Adressen und Webadressen
Klinische Bilder


Zum vorherigen KapitelZur vorherigen Seite Zur nächsten SeiteZum nächsten Kapitel

Zerebrale Toxoplasmose

Maria Procaccianti

Erreger/Epidemiologie

Opportunistische Infektion; fast immer endogene Reaktivierung einer latenten Infektion mit dem Protozoon Toxoplasma gondii
Häufigste neurologische OI, nicht selten Erstmanifestation. Durch HAART Inzidenz um 50-60% rückläufig. Meist erst bei CD4-Zellen < 100/µl

Klinik

Subakute fokale Symptome (Mono- oder Hemiparesen, Sensibilitätsstörungen, Gesichtsfelddefekte, Aphasie, Ataxie), Vigilanzminderung, Wesensänderung, Kopfschmerzen, Fieber, epileptische Anfälle

Diagnose

Craniales CT oder besser MRT mit KM: solitäre oder multifokale raumfordernde Läsionen mit ring- oder nodulärer KM-Aufnahme und perifokalem Ödem

Liquor: unspezifisch verändert oder normal

Erregernachweis durch PCR unzuverlässig

Serologie: meist nur IgG-Durchseuchungstiter (85-10%%) nachweisbar, oft kein IgM, oft kein Anstieg von IgG-Titern

Wichtigste Differentialdiagnose: ZNS-Lymphom. Diagnosesicherung durch Ansprechen auf Toxoplasmose-Therapie; weitere DD: Tuberkulom, Pilzinfektion (Cryptococus), bakterieller Abszess und weitere; bei komplizierten Fällen evtl. stereotaktische Bx zur Diagnosesicherung

Die zerebrale Toxoplasmose ist AIDS definierend

Therapie

A Pyrimethamin 2x50 mg/d (nach 3 Tagen 50-75mg/d weiter)
+ Sulfadiazin 4x2-3 Tbl. à 500 mg/d
+ Folinsäure 1x1 Tbl. à 15 mg/d

B statt Sulfadiazin:
Pyrimethamin + Folinsäure + Clindamycin 4x 1Amp. à 600 mg i.v. oder 4x1 Tbl. à 600 mg p.o.

C Alternative bei schwerer Unverträglichkeit von Sulfadiazin:
Pyrimethamin + Folinsäure + Atovaquone 2x10 ml (2x1500 mg) p.o.Akuttherapie über 4 bis 6 Wochen

D im Einzelfall evtl. Cotrimoxazol in Dosierung wie bei PcP (PjP)

bei Hirndruck evtl. + Dexamethason

Auftreten i.R. IRIS möglich

siehe immer auch Fachinformationen der Medikamente!

Prophylaxe

Sekundärprophylaxe: wie Akuttherapie, aber halbe Dosierungen.

Absetzen ab CD4-Zellen > 200/µl > 6 Monate (Voraussetzung: MRT normal bzw. kein KM-Enhancement)

Primärprophylaxe: immer bei CD4-Zellen < 100/µl und Durchseuchungstiter für Toxoplasmose; Absetzen ab CD4-Zellen > 200/µl > 6 Monate

Cotrimoxazol 960 mg 3 x pro Wo,

alternativ:

Dapson 1x2 Tbl. à 50 mg

oder Dapson 1x1 Tbl. à 50 mg
+ Pyrimethamin 1x2 Tbl. à 25 mg/Wo
+ Folinsäure 1x2 Tbl. à 15 mg/Wo

Quellen und Links:
Zum vorherigen KapitelZur vorherigen Seite Zur nächsten SeiteZum nächsten Kapitel

Seite zuletzt geändert am 17.03.2013 16:31:00